Zum Inhalt springen

Blog

Steuern

Endlich sind wir mit unserer Steuererklärung fertig! Wußtet ihr, daß in the USA sogar die Diebe besteuert werden? Echt! Keine Witz. Hier ist ein Hinweis über den ich vor kurzem gestolpert bin als ich die Hilfe in unserem Steuerprogramm las:

“Gestohlenes Eigentum. Falls Sie Eigentum stehlen, müssen Sie dessen Marktwert zu Ihrem Einkommen des Jahres in dem Sie es stehlen hinzurechnen, es sei denn Sie geben es dem rechtmäßigen Besitzer im selbigen Jahr zurück.”

Schon klar, Diebe unter sich. Das Steueramt weiss wohl etwas über Diebe, daß ich irgendwie vermißt habe.

Namensstreit

Well, how can you withstand these Puppy Looks? This one was running around at the school and somebody had obviously dropped it off at the chapter house across the street. I, being a cat person, protested somewhat, but was easily outvoted.

Och, wie soll man denn diesen Hündchenblicken widerstehen? Jemand hatte es wohl beim Stammeshaus (Rathaus für Navajos) gegenüber der Schule, wo es herumlief, ausgesetzt. Ich, als Katzenmensch, hab zwar protestiert, wurde aber leicht überstimmt.

Wie dem auch sei, normalerweise gebe ich unseren Tieren die Namen und dachte Muddy (schmutzig) wäre ganz niedlich, da es ziemlich schmutzig war als wir es fanden. Wir haben keine Ahnung was für eine Rasses es ist, aber es scheint wohl ein Mischling (mutt -> mudblood (aus Harry Potter) -> muddy) zu sein. Und das Fell sieht auch ziemlich schmuddelig aus.

Amy mag den Namen Mischa lieber, welchen ich als frühen Kandidaten von Mischling und dem russischen Jungennamen abgeleitet hatte.

Also, der Streit ist im Gange. Welcher soll es sein? Muddy oder Mischa? Bitte fleißig kommentieren. Danke!

Wilde Pferde

- THE END -

Der Weg nach dem Stacheldrahttor wurde besser und besser und führte schließlich zu einer zweispurigen Sandstraße. Auf dieser bekamen wir auf einmal Gegenverkehr. Eine Herde wilder Pferde! Na gut, sie könnten auch jemandem gehören, das weiss man hier ja nie so genau. Ein Glück wichen sie auf die Seite aus und beschauten uns skeptisch von der Ferne.

Die Straße verlief nun genau Richtung Westen, aber trotz einigen südlich ablaufenden Pfaden blieben wir nun lieber auf der größeren Straße. Die Bergkette im Süden sah nicht so aus, als ob es dort nach Dilkon ginge. Nach einer Weile schwenkte die Straße nach links um die Bergkette herum und wir sahen einen Schriftzug auf einem Berg in der Ferne. Diese sind in Amerika als Navigationshilfe für Kleinflugzeuge oft zu finden. Normalerweise ist es der Name des nahegelegenen Ortes, aber manchmal auch ein Schul- oder Universitätsname.

Als der Schriftzug lesbar war fanden wir dann auch heraus, daß wir ein paar Meilen zu weit nordwestlich waren. Nach mehr als einer Stunde landeten wir auf der asphaltierten Dorfstraße in Tees Toh etwa 10 Minuten von Dilkon entfernt.

Zugegeben, eine Abkürzung war dies nun nicht, aber eine Abenteuerfahrt dann und wann muß schon mal sein! Das nächste Mal wollen wir das GPS einpacken und besser aufpassen. Wenn nicht Zeit, so könnte man ein paar Kilometer einsparen, wenn man weiss wo es lang geht… Bei den derzeitigen Benzinpreisen lohnt sich das bestimmt.

Trotzdem haben wir nach unserem Einkauf den Highway zum Rückweg genommen um den Kindern und den Lebensmitteln eine zweite Steppenodyssee zu ersparen.

- THE END -

Abkürzung

Heute, nach dem Gottesdienst, wollte Amy ein paar Lebensmittel kaufen. Da in der Metropole von Keams Canyon der Laden (ja es gibt nur einen…) am Sonntag geschlossen ist, mussten wir nach Dilkon (etwa ein Stunde südlich) fahren. Normalerweise bleiben wir auf den asphaltierten Highways, die auf der Reservation eher spärlich und deswegen in fast jedem Fall ein langer Umweg sind. Warum also nicht die Abkürzung durch die Prärie nehmen? Na klar!

Wir haben vor kurzem unsere zwei Kleinwagen gegen einen Grosswagen eingetauscht, da sich das mit unserem neuen kleineren Budget besser verträgt, wir auf dem Lande nur ein Auto brauchen und der Grosswagen einen höheren Straßenabstand hat. So groß ist dieser Großwagen nun auch wieder nicht, zumindest verglichen mit den Personenschutzpanzern die viele Amerikaner fahren. Wir wollten eben etwas haben, das besser geeignet ist auch mal eine Sandstraße zu befahren, die hier durch vom Regen aufgeweichten Boden oft tiefe Radfurchen entwickeln. Das SUV von Saturn, genannt VUE, schien uns ein guter Kompromiss zwischen Kleinwagen und Geländefahrzeug zu sein.

“Grosswagen” oder eventuell “SUV” ist übrigens ein besseres deutsches Wort für diese Autoklasse statt dem umgänglichen “Jeep”. Ich weiss nicht wie dieses Wort in den deutschen Sprachegebrauch kam, aber es ist etwa genauso seltsam als wenn man alle viertürigen Autos “Mercedes” nennen würde:

“Klaus hat sich einen Mercedes gekauft?” “Ja, es ist von Audi.” “Wie jetz…”

Jeep macht genau drei Modelle, den Wrangler (das Modell das man generell mit dem Namen Jeep verbindet), den Grand Cherokee und den Liberty, der den kleineren Cherokee abgelöst hat. Alle anderen Fahrzeuge sind keine Jeeps! Die haben ihre eigenen Namen, wie z.B der Excursion von Ford, Lincolns Navigator oder, die Spitze der verschwenderischen Dekadenz, der Escalade von Cadillac. Okay, ich bin fertig mit dem Unterricht.

Also, was für eine Gelegenheit unseren neuen Saturn VUE mal einzufahren! Eigentlich, obwohl das Fahrzeug so aussieht, ist aber genau genommen nicht für den Offroad-Betrieb gebaut. Das sind übrigens die wenigsten SUVs. Sie täuschen dem Besitzer die Freiheit eines Geländewagens vor, wobei die Fahrzeughersteller genau wissen, daß die meisten Leute wohl schlimmstenfalls über die Geschwindigkeitshuckel zum Parkplatz bei der lokalen Einkaufshalle navigieren werden.

Jedenfalls bin ich dann einfach mal nach Süden auf eine vielversprechende Sandstraße abgebogen und los ging der Spaß!

(Im nächsten Eintrag gehts weiter)

(Continued in next entry.)

Steppenläufer

The dirt road that came off the highway had two lanes and was not all that bad. Packed sand, no deep ruts, we were sure we would save a few Minutes. Then came the first fork in the road and we suddenly understood why we might not get there as fast as we would have liked to. No signs or road names, just a fork in the road. Left or right? We decided on the right path, as it looked a bit more driven on than the left. Just a few minutes later we discovered why that was: the path ended in a small settlement. It probably is used regularly by the school bus and thus looked better. So, back to start and take the left this time.

Die Sandstraße die vom Highway abging war zweispurig und gar nicht so schlecht. Fester Sand, keine tiefen Furchen, wir waren uns sicher, daß wir ein paar Minuten einsparen würden. Dann kam die erste Weggabelung und wir verstanden schlagartig, warum es eventuell nicht so schnell gehen würde wie wir uns das wünschten. Keine Schilder oder Straßenbezeichungen, einfach nur eine Gabelung. Links oder rechts? Wir entschieden uns für den rechten Pfad, da er ein wenig befahrener aussah als der linke. Nur ein paar Minuten später fanden wir heraus warum: der Weg endete in einer kleinen Siedlung. Er wird sicher regelmäßig vom Schulbus befahren und sah deswegen besser aus. Also, alles wieder zurück und die linke Abzweigung genommen.

We drove a bit further, but the path just ended in the desert. We had seen another path shortly before, but it looked like it was driven on by the local herders about twice. Nonetheless, that was better than to blaze a new trail.

So ging das ein ganze Weile weiter und obwohl wir eine Karte hatten war jede Abzweigung eine Fahrt in das Ungewisse. Irgendwann wurde aus “links” und “rechts” “mehr südlich” und “das ist zu östlich!” So kamen wir zu der Stelle die oben im Bild zu sehen ist. Obwohl es auf diesem Photo schwer zu sehen ist, sind wir immer noch auf einem fahrbaren Pfad. Dieser verlor sich aber innerhalb von ein paar Metern im Steppenkraut - oder vielmehr Steppenläufer, so habe ich “tumbleweed” in einem Blueslexikon übersetzt gesehen. Diese entstehen, wenn Steppenkraut vertrocknet und vom Wind entwurzelt und umhergeblasen wird. Diese Steppenkrautknäuel verlieren während ihrer rollenden Reise ihre Samen und pflanzen sich somit weitreichend fort. Hier sind sie auch als “Russische Disteln” bekannt.

Wir fuhren etwas weiter, aber der Weg endete einfach in der Steppe. Kurz zuvor hatten wir einen Abzweig gesehen, aber der sah ganz so aus, als ob er bisher nur zweimal von den lokalen Viehhirten befahren wurde. Nichtsdestotrotz, das war besser als einen neuen Pfad zu “erfahren”.

Nach vielem Hin- und Herlenken kamen wir uns bald selbst wie Viehhirten vor. Der Weg verlor sich oft in ausgetrockenen Schlammlöchern oder im Gesträuch, nur um einige Meter rechts or links wieder aufzutauchen. Diese wilde Jagd hinter einer längst weitergezogenen Herde führte uns schließlich zu einem Gehege neben einer aus dem Steppenboden herausragender Felsenformation. Aha, ein Zeichen der Zivilisation mitten im Nichts! Einfach dem Zaun folgen, soweit das geht… Ein paar Findelsteine, Sandlöcher und noch mehr Gestrüpp weiter kamen wir wieder auf einen ziemlich guten Weg.

Eine Meile oder so später, das nächste Rätsel: Ein Stacheldrahtzaun überkreuzte den Weg, kein Ende in Sicht in beide Richtungen. Ein Glück lies sich der Zaun aber teilweise auseinandernehmen und bildete somit ein primitives Tor. Durchfahren, wieder aussteigen, den Zaun “reparieren” und weiter gehts… im nächsten Eintrag.