Zum Inhalt springen

Rosmarin

Salvia rosmarinus — der Mittelmeerstrauch, der deinen Topf für eine Steilküste hält.

Salvia rosmarinus

Ein Rosmarin im Topf mit aufrechten verholzten Trieben und nadelförmigen Blättern.
“Rosemary plant in a pot” by Lyndadelz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Wächst auf den sonnenverbrannten Steilküsten des Mittelmeers — der Name kommt wohl von ros marinus, „Tau des Meeres“. Botanisch inzwischen ein Salbei: 2017 von Rosmarinus officinalis zu Salvia rosmarinus umgruppiert.

Volle Sonne auf einem heißen, trockenen Balkon — das Nächstbeste zur Heimat. Im geschützten Topf leicht frosthart; bei hartem Frost an eine Hauswand rücken oder in ein kaltes, helles Treppenhaus — er will eine kühle Ruhepause, kein geheiztes Wohnzimmer.

Wöchentlich gießen, die Erde dazwischen abtrocknen lassen, nie im Wasser stehen lassen — nasse Erde bringt mehr Topfrosmarin um als jeder Winter. Schwachzehrer: halbe Dosierung alle 8 Wochen, April bis August.

Nach der Blüte leicht in Form bringen, nie ins kahle Holz — altes Holz treibt selten wieder aus, und ein harter Schnitt ist das Ende der meisten Topfrosmarine. Das Messer rationieren: pro Jahr ein leichter Schnitt oben oder ein leichter Wurzelschnitt, nicht beides.

Alle 2 Jahre im Frühjahr in mageres, durchlässiges Substrat — ein Tontopf verzeiht Gießfehler. Ist der Topf zu klein geworden, pro Frühjahr ein Ende schneiden und das andere fürs nächste Jahr lassen.

Die harzigen Nadeln überstehen langes, heißes Garen wie kaum etwas anderes: Röstkartoffeln, Focaccia, Lamm und alles vom Grill. Ganze Zweige mitgaren und herausfischen, oder die Nadeln fein hacken — bei getrocknetem Rosmarin die Menge halbieren.

Die Kommission E erkennt Rosmarinblätter bei Verdauungsbeschwerden und äußerlich zur Kreislaufunterstützung an — Rosmarinöl steckt in Bädern und Einreibungen. Ein Tee aus einem frischen Zweig ist ein traditioneller Muntermacher; der Duft, von einem Blatt gerieben, die schnellste Form davon.