Salbei
Salvia officinalis — der graublättrige Mittelmeerstrauch aus dem Küchenkanon.

Herkunft
Abschnitt betitelt „Herkunft“Stammt aus dem Mittelmeerraum und vom Balkan, aus demselben sonnenverbrannten Buschland wie Rosmarin, Thymian und Lavendel. Der weiche graue Filz auf den Blättern ist Trockenheitspanzer.
Standort
Abschnitt betitelt „Standort“Volle Sonne, den ganzen Tag — dafür ist er zuverlässig winterhart. Der Winter tötet mit Wasser, nicht mit Kälte: Ein nasser Topf lässt Salbei faulen, der über Frost nur lacht.
Wöchentlich gießen, die Erde dazwischen abtrocknen lassen, nie im Wasser stehen lassen — und den Wintertopf fast trocken halten. Schwachzehrer: halbe Dosierung alle 8 Wochen, April bis August.
Schnitt
Abschnitt betitelt „Schnitt“Ein echter Schnitt pro Jahr: im April zum Austrieb um ein Drittel kürzen — das bewahrt ihn vor hochbeinigem Holz, denn wie Rosmarin und Lavendel treibt er aus kahlem Holz nicht wieder aus. In der Saison frei ernten; das stetige Pflücken ist Gratisschnitt.
Umtopfen
Abschnitt betitelt „Umtopfen“Alle 2 Jahre im Frühjahr in grusiges, schnell drainendes Substrat — Terrakotta hilft. Wird eine Pflanze nach vier, fünf Jahren holzig, erbt ein Sommersteckling den Topf; Salbei bewurzelt so bereitwillig wie seine Verwandten.
In der Küche
Abschnitt betitelt „In der Küche“Das Kraut von brauner Butter, Saltimbocca, Bratwurst und Füllungen — harzig genug für Fett und langes Garen. Ganze Blätter in Butter knusprig braten für Pasta oder Kürbis; wenig reicht weit. Eingefrorene Blätter bleiben näher am Frischen als getrocknete.
Hausapotheke
Abschnitt betitelt „Hausapotheke“Salbeitee ist das klassische Gurgelmittel: Die Kommission E erkennt Salbeiblätter bei Entzündungen in Mund und Rachen an, als Tee getrunken auch bei übermäßigem Schwitzen. Einen Teelöffel getrocknete (oder ein paar frische) Blätter zehn Minuten ziehen lassen; warm gurgeln bei Halsweh oder abgekühlt gegen Nachtschweiß trinken.